Attest

Der 22jährige Schüler der gymnasialen Oberstufe leidet unter einer Erkältung.
„Da bleiben Sie am besten mal 2 Tage zu Hause und kurieren sich aus!“
„Da brauch ich dann aber ein Attest!“
„Das kann ich Ihnen schreiben, ist aber kostenpflichtig. Kostet 5 Euro.“
„Wie? Zahlt das nicht die Krankenkasse?“
„Nein!“
„Ich frag mich, was die Kasse überhaupt bezahlt.“
„Och, die zahlt schon sehr viel: Die vielen teuren Medikamente für ihren Vater, den Sauerstoff und so weiter…“
„Aber ICH koste die Kasse doch fast nichts.“
„SIE zahlen als Familienmitglied auch keinen Beitrag!“

Die Anspruchshaltung mancher (nicht nur) junger Menschen ist manchmal sowas von zum K….

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Schläge

Der 17jährige Kevin betritt das Sprechzimmer:
„Was führt Sie zu mir?“
„Ich habe gestern mit einem Freund Fingerklatschen gespielt und das ist etwas härter geworden.“
„Ja und nun?“
„Jetzt tun meine Handrücken weh!
Die Handrücken sind mit kleinen Einblutungen übersäht, gerötet und leicht geschwollen.
„Na, dann warten Sie mal 3 Tage ab, dann ist das weg.“
„Wirklich?“
„Ja!“
Schade, vielleicht hätte man mal Hinterkopfklatschen spielen sollen – das soll ja das Denkvermögen steigern…

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Paris

So richtig!

susepedia

Terror macht sprachlos

Terror macht Angst

Doch niemals, niemals darf er uns vergessen lassen, dass Angriffe auf unsere Freiheit uns stolz, trotzig, mutig werden lassen müssen. Nicht ängstlich, duckmäuserisch und schreiend nach mehr Kontrolle

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Schwierige Aufgabe

„Guten Tag, was führt Sie zu mir?“
„Ich wurde vor 3 Wochen am Blinddarm operiert!“
„Und?“
„Die Fäden sind raus, aber Ihr Kollege hat da noch ein Pflaster drauf geklebt!“
„Aha, und?“
„Das muss entfernt werden!“

Oh Herr, schmeiß Hirn vom Himmel! Aber bitte, ziel genau!

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Flüchtlinge

Das Sprechzimmer platzt aus allen Nähten, da steht eine junge Frau mit moslemischer Tracht am Tresen der Praxis.
Sie legt einen Behandlungsschein des Sozialamtes und einen Zettel vor. Auf dem Zettel steht „Bitte Arzt!“

20 Min später rufe ich „Frau S. bitte!“ ins Wartezimmer.
Keine Reaktion. Aufgrund des fremdländischen Namens und der unbekannten Patientin spreche ich die dunkelhäutige Frau direkt an: „Frau S.? -Kommen Sie bitte?““
Die Frau lächelt schüchtern, als sie aufsteht, mir die Hand zögernd mit einem undeutlichen „Guten Morgen“ reicht und das Sprechzimmer betritt.
„Bitte nehmen Sie Platz“
Fragender Blick.
Ich weise auf den Stuhl und setze mich auch.
„Sprechen Sie deutsch?“
Kopfschütteln.
„Do you speak english?“
Erneutes Kopfschütteln: „Somalia!“ antwortet sie und reicht mir einen Zettel.
„SHMERZ“ steht darauf.
„Aha, Sie haben Schmerzen, wo denn? Where is the pain?“ versuche ich es zweisprachig.
Fragende Augen.
„Dove dolore?“ krame ich in meinen rudimentären Italienischkenntnissen.
Fragende Augen.
„Hmmh, wir brauchen einen Dolmetscher!“
Fragende Augen.
„Dolmetscher! We need someone who translates!“
Fragende Augen.
„Translator, we need a translator! Dolmetscher!“ versuche ich es erneut.
„Traslat?“
„Ja – ääh – Yes, we need a translator!“
„Traslat?“ Achselzucken, fragende Augen. „Somali!“
„Das hat so keinen Zweck, wir brauchen einen Übersetzer, kennen Sie jemanden der übersetzen kann? Deutsch oder Englisch?“
Fragende Augen.
So geht das eine ganze Weile, bis Sie schließlich ein Handy herauskramt und mich fragend ansieht. Ich nicke. Sie wählt eine Nummer und spricht aufgeregt in das Telefon, dann reicht sie es mir.
„Guten Tag, Herr Doktor,“ meldet sich eine freundliche Männerstimme in gutem, wenn auch nicht akzentfreien Deutsch, „Frau S. ist eine Verwandte von mir und spricht leider keine Fremdsprachen. Kann ich Ihnen vielleicht telefonisch behilflich sein?“
„Na ja, es ist schwierig, aber warum ist sie denn überhaupt hier?“
„Das steht doch auf dem Zettel!“
„Da steht nur Schmerz!“
„Oh je, dann geben Sie sie mir doch bitte nochmal.“
Ich reiche das Handy zurück und die beiden reden miteinander. Dann reicht sie mir das Telefon wieder.
„Meine Verwandte hat Rückenschmerzen!“
„Aha, und wo tut der Rücken weh? Und seit wann?“
„Da muss ich nochmal nachfragen!“
„Das tut mir jetzt leid, aber so kommen wir nicht weiter. Gibt es denn niemanden, der hierher kommen kann und übersetzt?“
„Schwierig, aber ich schau mal was ich machen kann!“
Ich reiche das Handy abermals an die Patientin, die wieder eine halbe Ewigkeit am Telefon diskutiert. Dann steht sie lächelnd auf und geht.

Zwei Tage später ist Frau S. wieder da, diesmal in Begleitung eines älteren Herrn.
„Mein Name ist Z.,  ich bin ein Verwandter von Frau S.. Ich komme aus Kassel und kann übersetzen.“ Stellt er sich vor.
Wir betreten also das Sprechzimmer und es geht los: Herr Z. scheint sehr umständlich zu sein, denn auch einfachste Fragen werden mit einem ausführlichen Gespräch in der mir unbekannten Sprache und einer umständlichen Antwort quittiert.
Schließlich schreite ich zum äußersten und möchte Frau S. untersuchen.
Da steht Herr Z. auf und will den Raum verlassen.
„STOP!“ rufe ich „Sie müssen weiter übersetzen! Ihre Verwandte versteht ja gar nichts!“ und an Frau S. gewendet: „Legen Sie sich bitte auf den Rücken!“
Fragender Blick.
„Aber…“
„Nichts aber,“ falle ich ihm ins Wort „ich brauche Sie hier! Sie können ja hier mit dem Rücken zur Liege sitzen bleiben und Ihre Verwandte muss sich auch nicht völlig ausziehen. Es reicht, wenn Sie dieses lange, wallende Obergewand ablegt.“

Warum erzähle ich diese Geschichte?

Die (allermeisten) Flüchtlinge haben mein volles Mitgefühl. Niemand verlässt sein Heimatland unter Lebensgefahr freiwillig und geht in ein Land, dessen Sprache er nicht spricht und dessen Kultur er nicht kennt. Viele von ihnen haben Furchtbares erlebt und wir in Deutschland haben gerade in Anbetracht unserer eigenen Geschichte die verdammte Pflicht und Schuldigkeit diesen Menschen zu helfen.

Aber:
Die Behandlung dieser Menschen in der „normalen“ Praxis sprengt oft einfach den Rahmen. Diese Patientin alleine hat alles in allem beim ersten Mal etwa 20 Minuten und dann eine 3/4 Stunde Zeit benötigt, bis wir fertig waren. Da stößt die Leistungsfähigkeit der Praxis schnell an ihre Grenzen.
Zum Glück haben wir hier in unserer (Klein-)Stadt (bisher) nur wenige Flüchtlinge: Die Syrer und anderen Araber  haben oft Verwandte, die schon länger hier leben und als Dolmetscher fungieren oder sprechen selber Englisch. Die Flüchtlinge aus Eritrea bringen oft Freunde mit, die einigermaßen Englisch sprechen. Bei den Somalis und anderen Afrikanern wird es aber oft kompliziert. Es sind relativ wenige und somit sinkt die Chance, dass unter ihnen jemand ist, der Deutsch oder Englisch spricht. Trotzdem sind diese Konsultationen echte Zeitfresser und der Aufwand ist enorm.

Ich fürchte, wenn noch mehr Patienten wie Frau S. in meiner Praxis Hilfe suchen, werde ich mir was einfallen lassen müssen und schlimmstenfalls diese Menschen abweisen müssen.
Das allerdings ginge mir gewaltig gegen den Strich. Andererseits habe ich auch noch viele andere Patienten und nur begrenzte Ressourcen.

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Gefährliche Tiere

So, da bin ich wieder.
Zurück von meinem Traumurlaub. Schon seit meiner Jugend habe ich von einer Reise in den Westen der USA geträumt und jetzt war es soweit: Die beste Ehefrau von allen und ich sind durch Kalifornien, Arizona, Utah, Nevada gereist und haben gaaaanz viel Gegend besichtigt.

Wie sich das für einen Old Surehand und echten Helden 😉 gehört, habe ich mich natürlich auch dem gefährlichsten, freilaufenden Tier des Grand-Canyon, des Zion- und des Yosemite-Nationalparks mehrfach bis auf 30cm genähert. Es ist mir sogar gelungen, das Ungeheuer zu fotografieren. Hier also der Beweis:

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Enttäuscht? Verwundert?
Das ist nach Aussage eines Parkrangers tatsächlich das gefährlichste Tier der Parks.
Bären, Berglöwen und Klapperschlangen fliehen vor den Menschen, aber diese scheinbar so possierlichen Biester sind zutraulich und wenn (doofe) Touristen sie streicheln oder füttern wollen, dann können sie beißen.
Außerdem haben sie Flöhe und die übertragen – na was wohl?

Genau, die Pest!

Ohne Quatsch! Im Westen der Vereinigten Staaten ist die Pest endemisch, das heißt sie kommt in der freien Natur vor und hin und wieder infiziert sich halt auch mal ein Mensch.
Im Yosemite-Nationalpark hat es dieses Jahr schon zwei Fälle gegeben.

In Zeiten von Antibiotika hat die Pest aber sehr viel von ihrem Schrecken verloren, denn diese bakterielle Infektion lässt sich gut antibiotisch behandeln – wenn man denn diese seltene Krankheit erkennt.

Außerdem können sie das Hantavirus übertragen. Das geschieht allerdings meist durch das Einatmen des getrockneten Kotes im Staub. Diese Krankheit gibt es auch bei uns und wird hier meist durch Mäuse(kot) übertragen. Bei Wikipedia gibt es dazu einen sehr schönen Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Hantaviren

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Schöne Urlaubsgrüße

Ich lebe noch, bin aber im (Traum-) Urlaub.
Daher allen Lesern schöne Grüße aus der “ Middle of nowhere“ , einem Wüstenkaff kurz vor dem Death Valley.
Wenn Ihr nix mehr von mir hört, hatten wir morgen eine Panne und sind verdurstet. 😉

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Todeszeichen

Eine alte, schwerkranke Patientin im Seniorenheim liegt im Sterben.
Dann abends Anruf beim Doktor:
„Guten Abend Herr Doktor, hier ist Schwester Tumbiola. Ich glaube Frau X. ist gestorben.“
„Aha, wie kommen sie darauf?“
„Ich habe zweimal den Blutdruck gemessen und das Gerät zeigt nur „Error“ an!“
„Hmmh, atmet sie denn noch?“
„Ich glaube nein, aber ich hab auch nicht so genau hingeguckt.“

Merke:
Wenn Dein Blutdruckmessgerät zweimal „Error“ anzeigt, bist Du tot!
😉

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Och nöö!

„Guten Tag, was führt Sie zu mir?“
„Wissen Sie, Herr Doktor, ich habe vorletzte Nacht die Bettdecke weggestrampelt und dabei versehentlich gegen die Wand getreten!“
„Und?“
„Na ja, jetzt habe ich einen blauen Fleck am großen Zeh!“
„Aha! Und der tut jetzt weh?“
„Nein, überhaupt nicht, der ist nur blau. Ich wollte nur mal nachgucken lassen.“

Oookay, da ist also ein kleiner winziger blauer Fleck am großen Zeh und der tut weder spontan, noch auf Druck oder Bewegung weh.

Oh Herr schmeiß Hirn vom Himmel! Aber bitte, ziel genau!

Solche Patienten sollten wegen Missbrauchs des Gesundheitssystems kräftig zahlen!

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Eisbrecher

Ein 17jähriger, etwas verzagt dreinblickender Jüngling betritt das Sprechzimmer des Doktors. Er hat einen Termin zur Jugendarbeitsschutzuntersuchung. Die müssen alle Minderjährigen vor Antritt ihrer Lehre durchführen lassen. Der junge Mann macht irgendwie einen sehr schüchternen und verkrampften Eindruck.

Der Doktor fordert ihn auf, sich frei zu machen, was er dann auch tut. Als der Doktor hinter den angehenden Maurer tritt, sieht er den Rücken übersäht mit Kratzspuren unterschiedlichen Alters.

„Wie haben Sie denn das gemacht?“ fragt der Doktor
„Muss ich das sagen?“ entgegnet der Jüngling peinlich berührt.
Da dämmert dem Doktor was: „War das etwa Ihre Freundin?“
„Ja!“
„RESPEKT!!!“

Da muss der junge Mann lachen und das Eis ist gebrochen…

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